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Amalie von Stein, herzlichen Dank, dass Sie unsere wertvolle Zeit opfern. Wann haben Sie zum ersten Mal dominante Gefühle bei sich entdeckt?
Das hat schon sehr früh eingesetzt. Ich begeisterte mich schon früh dafür Tiere zu dressieren und liebte das Gefühl, wenn mich ein Tier ergeben anblickte und geduldig auf meinen nächsten Befehl wartete. Insbesondere jener Moment, wenn das Tier vor lauter Aufregung und Vorfreude auf eine Dressurübung von mir schier verrückt wurde aber ganz still auf seinem Platz auf meinen Befehl wartete, war sehr erhebend. Dazu kam bald meine Begeisterung für Lederstiefel und Dressurinstrumente. Ich weiß noch sehr genau, als ich das erste Mal eine Reitgerte in der Hand hielt und sie ein paar Mal auf meine Handfläche sausen ließ um eine Vorstellung zu erhalten, was diese anrichten kann. In Reitkleidung mit engen Lederstiefeln und Reitgerte stand dann da plötzlich die Frau vor mir, die ich sein wollte: elitär, streng und stark.


Ihre Fotos sind sehr beindruckend. Man spürt förmlich ihre Freude daran, sich in
Szene zu setzen.
Danke, das höre ich nicht zum ersten Mal. Ich begann schon sehr früh zu realisieren, dass mich bestimmte Kleidung sehr faszinierte. Mit dem ersten Taschengeld begann ich meinen Kleiderschrank zu füllen. Es war faszinierend, wie man seinen Stimmungen mit Kleidung Ausdruck geben konnte. Noch heute liebe ich es, meinen Sklaven schon durch meine Kleidung zu signalisieren, wie ich mich fühle. Wenn ich in der Stimmung bin, mich ganz in Leder zu kleiden, wissen meine Sklaven, was die Stunde geschlagen hat. Das heißt aber nicht, dass es ein Zuckerschlecken ist, mich zufrieden zu stellen, wenn ich Lust verspüre, meine feminine Seite in zarten Dessous und Stiletto-Heels auszuleben.


Haben Sie schon früher Ihre Attraktivität eingesetzt um Männer zu unterwerfen?
Schon als Teenager genoß ich es, Männer aus der Fassung zu bringen. Früh begann ich zu bemerken, dass meine körperliche Ausstrahlung das Verhalten von Männern veränderte. Plumpe Anmache lehnte ich schon immer ab, aber zu erleben, wie gestandene Männer versuchten, mich mit kleinen Aufmerksamkeiten und Geschenken zu beeindrucken oder auch begannen nervös zu werden, wenn ich sie anblickte oder auch nur meine Lippen befeuchtete, faszinierte mich schon früh. Ich musste gar nicht viel tun, und wurde bald umschwärmt. Nach dem Reitunterricht, wenn ich Lederstiefel und -handschuhe länger anbehielt als nötig, bei Abendveranstaltungen mit High Heels in der schicken Abendrobe oder im duftigen Sommerkleid: immer fanden sich ein paar Bewunderer, die versuchten mich zu beeindrucken. Ich spürte dann schon bald, dass dies nur der Anfang sein kann. Ich liebte es, das Feuer weiter zu entfachen und zu spüren, wie Leidenschaft zu Hingabe wurde und sich mir Männer unterwarfen. Heute kommt mir die Entwicklung der Mode sehr entgegen. Es ist ein Traum, wie sich heute Designer den Kopf zerbrechen um Mode mit Fetisch-Touch zu entwickeln. Ich liebe es hier shoppen zu gehen und neue Kleidung zu entdecken. Dabei lasse mich gerne von ausgewählten Verehrern begleiten und verwöhnen. Natürlich müssen sie sich dieses Privileg verdienen.


Sie haben als Herrin nun einige Erfahrung und bestimmt schon einiges erlebt.
Verglüht dieses Vergnügen nicht irgendwann, wenn man schon einige Männer erlebt und viel probiert hat?
Ganz im Gegenteil: die Erfahrung ist gerade hier etwas ganz Wunderbares. Das ist wie bei einem guten Wein: der Weinkenner, der schon viele Weine getrunken hat genießt ein neues Glas Wein ganz anders, als ein Neuling. Natürlich wird man anspruchsvoller, aber meine Verehrer scheinen mich nur mehr zu verehren, wenn ich genau weiß was ich will.


Heißt das, dass sie inzwischen eher an sehr harten Praktiken interessiert sind?
Nein, auf keinen Fall. Weinkenner lieben ja auch nicht nur besonders alkoholhaltige Weine. Die Spannung entsteht immer dann, wenn ich merke, dass sich mein Gegenüber meiner Verehrung hingibt. Ich habe einen Sklaven, den ich als Fußdiener verwende. Wenn dieser darin versinkt meine Füße mit höchster Aufmerksamkeit zu verwöhnen geraten wir in eine ganz spezielle Trance, die uns beide verzaubert. Es ist nur so, dass ich inzwischen weiß, wie ich die Hingabe noch genauer steuern kann und inzwischen gelernt habe mit welchen Tricks er meine Dominanz und Überlegenheit noch tiefer empfinden kann. Ich liebe es, dass ich inzwischen die Hingabe meiner Verehrer noch deutlicher spüren kann, als in meinen Anfangszeiten.


Aber auf ihrer Website findet man auch drastischere Praktiken. Ist das nicht ein
Widerspruch?
Für mich überhaupt nicht. Ich bin schon immer sehr neugierig und liebe es, meine
Experimentierfreude freien Lauf zu lassen. Dabei kann es schon sein, dass ich von meinen Sklaven sehr viel verlange. Das Maß ist dabei aber nicht, wie weit ein Sklave geht, sondern wie stark ich seine Hingabe spüren kann. Es gibt nichts stumpferes, als auf einen Sklaven wild einzuprügeln. Aber es kann ein unglaubliches Gefühl sein, die Peitsche durchzuziehen, wenn da jemand ist, der mir durch sein Leiden beweist, wie sehr er mich verehrt und was er für mich aushält, nur um mir seine Ergebenheit zu beweisen. Meine Aufgabe ist es dabei, den Sklaven auf seinem Weg zu begleiten.


Gibt es hier Grenzen?
Das kann schon sehr weit gehen. Der Reiz, Grenzen zu erweitern um in neue Dimension vorzustoßen ist definitiv vorhanden. Ein Sklave sollte sich bei mir nicht so sicher sein, dass er weiß, was ihn erwartet. Die meisten meiner Sklaven hätten früher mit Sicherheit nicht gewusst, wie weit Sie gehen können, um sich mir hinzugeben.

 

Ihr Webauftritt sticht hervor: neben Bildern von Dominanz finden sich auch erotische Fotos. Sehen Sie sich eher als Erotikmodell oder als Herrin?
Was für eine Frage! Es ist ein typisch männlicher Fehler zu denken, dass eine leicht bekleidete, erotische Frau auch leicht zu haben ist. Keinesfalls bin ich ein Erotikmodell, das sich buchen lässt. Ich bin eine anspruchsvolle, herausfordernde Gebieterin, die es liebt anderen klare Vorgaben zu machen und zu unterwerfen. Dabei liebe ich auch Verehrer, die sich den Kopf darüber zerbrechen, wie sie mich verwöhnen können. Meine Selbstbestimmung endet nicht bei Domina-Klischees und im typischen SM-Studio. Ich bin eine authentische Frau, die es liebt sich in Szene zu setzen und dabei lasse ich mich nicht von Konventionen einschränken. Ich genieße es auf meiner Website sehr viele Facetten zu präsentieren. Wer allerdings meint, dass er mich buchen kann, hat sich geschnitten und seine Anfrage landet dann schnell im Papierkorb. Eine Chance hat nur, wer sich mir mit dem gebotenen Respekt nähert.

Ihre Aktivitäten sind nicht auf eine spezifischen Raum beschränkt. Sie reisen viel und sind auch im Ausland aktiv. Wie kamen Sie auf diese Idee und wo sind Sie eigentlich lokalisiert?
Mich hat schon immer das Neue, das Ungewöhnliche gereizt. Es ist ausgesprochen bereichernd, Erfahrungen in verschiedenen Städten und Ländern sammeln zu können. Natürlich bleibe ich immer ich, bleibe dominant und liebe meine Heimat im Schwäbischen, doch andere Menschen, Kulturen auch in diesem speziellen Bereich zu erleben gibt mir schon einen ganz besonderen Kick. Gleichzeitig genieße ich dabei auch, intensive und langfristige Beziehungen aufzubauen. Das Verweilen an bestimmten Orten gehört hier dazu. Ich erhalte immer wieder Anfragen, doch etwas länger an einem bestimmten Ort zu verweilen und genieße es sehr, wenn Treffen länger und intensiver werden. Dann kann es schon sein, dass ich dann auch privat zugänglicher werde und gemeinsame Abendessen, Opern- oder Museumsbesuche möglich sind, in denen mich meine Sklaven auch einmal anders erleben dürfen. Gerne lasse ich mich dabei verwöhnen und springe aus den üblichen Zeitkorsetten. Dabei bleibt natürlich klar, dass die letzte Entscheidung, wie der Sklave sich zu verhalten hat, welche Vergnügungen zu wählen sind, immer in meiner Hand liegt. Die Aufgabe mich für einen längeren Aufenthalt zu gewinnen, liegt immer beim Sklaven. Er hat mir zu beweisen, wie sehr er meine Anwesenheit schätzt und ersehnt. Wer weiß, vielleicht gelingt es einem Sklaven ja einmal, meinen hohen Ansprüchen zu genügen und mir die Bedingungen für ein Verweilen an einem Ort zu schaffen, um mich länger in seiner Nähe zu haben?

Auf Ihrer Website bieten Sie auch Fetischberatung. Was ist das und wie kamen Sie auf diese Idee?
Im Zeitalter der Emanzipation ist es endlich kein Tabu mehr, dass Frauen den Ton angeben. Dies gilt auch für den Sexualbereich. Als Frau mit klaren Vorstellungen begegne ich aber immer wieder anderen Frauen, die im Bereich der Sexualität verunsichert sind, ein schlechtes Gewissen bei bestimmten Phantasien haben oder die einfach gerne experimentieren wollen und nicht wissen wie. Manchmal kommen allerdings auch Frauen auf mich zu, die bemerken, dass ihr Mann gerne dominiert wird, auf ihre Füße fixiert ist o.ä. und wissen nicht so recht, ob und wie sie mit diesem Kick umgehen sollen. Ich habe aber auch Anfragen von Frauen, die ihre Männer gerne etwas aufmerksamer, freundlicher oder treuer hätten und nach Methoden suchen, ihren Partner etwas enger an sich zu binden. Das kann dann auch so weit gehen, dass in der Partnerschaft, die Frau die Regeln setzt.
Mit meiner langjährigen Erfahrung möchte ich hier weiterhelfen. Das kann dann ganz unterschiedliche Formen annehmen: so kann ich natürlich Kurse zu Utensilien, Fesseltechniken, Verhaltensregeln, Lustkontrolle und anderen SM-Praktiken geben, aber ich kann eben auch zwischenmenschlich beraten und Ängste nehmen. Dies kann per Mail, Telefon oder in Persona realisiert werden. Auch der Ort ist ganz flexibel. Wichtig ist mir, dass das Coaching für die jeweiligen Person (und evtl. ihren Partner) passend ist und ihre Vorstellungen und Wünsche berücksichtigt. Natürlich sehe ich, dass hier für viele eine Hemmschwelle besteht. Durch meine langjährigen Erfahrungen im SM-Bereich weiß ich um die Bedeutung des Wortes Diskretion.

Ungewöhnlich für eine Herrin ist auch ihr Angebot der Fern- und Online-Erziehung. Was kann man sich darunter vorstellen?
Auch hier geht es mir darum, Grenzen zu verschieben! Die Digitalisierung ergreift immer mehr Lebensbereiche. Dabei verlieren sich manche Menschen auch in Online-Welten. Diese Idee zielt darauf ab, Menschen anzusprechen, die von diesen Online-Welten fasziniert sind, die sich aber auch nach einer authentischen Erfahrung sehnen. Viele Menschen würden mich gerne treffen, können mich aber nur selten oder gar nicht besuchen. Andere können mich zwar besuchen, wir stellen aber dann fest, dass sie mehr Kontrolle benötigen. So habe ich Sklaven, die ihr Sexualverhalten nicht richtig im Griff haben, zu wenig Sport treiben oder zu viel oder zu wenig arbeiten. Da kann ich Online als Personal Trainer viel bewirken. Dabei ist es aber auch ein ganz besonderer Kick im Zug oder im Cafe zu sitzen und sich mit einem Blick auf’s Handy zu vergewissern, dass irgendwo jemand seine ganze Konzentration und Leidenschaft aufbringen muss, um eine Aufgabe zu erfüllen, die ich mir für ihn überlegt habe.

Können Sie ein Beispiel geben?
Vor Kurzem habe ich einen Sklaven gebeten, Erledigungen in der Stadt für mich zu tätigen. Mit einem Screenshot des Fitnesstrackers seines Handys konnte ich dabei genau kontrollieren, wie lange er wo benötigt hat und seine Leistungen dann in aller Ruhe bewerten. Es war doch sehr amüsant ihn dann hinterher zu befragen und für unnötige Trödeleien gleich online zu bestrafen. Der Phantasie und auch der Kontrolle sind hier keine Grenzen gesetzt…

Amalie von Stein, ich danke Ihnen für dieses Gespräch!